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Bild: Stefan Heinze

Kirche auf dem Dorf muss nahe am Alltag der Menschen sein

Nachricht 19. Oktober 2020
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Jörg Christian Lindemann, Referent für Gemeinwesendiakonie im Projekt „Kirche im ländlichen Raum“. Foto: Sünderhuse Fotografie/HkD

Die evangelische Kirche will im Flächenland Niedersachsen stärker auf die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen in den Dörfern eingehen. Kirchliche Initiativen sollten gemeinsam mit den Menschen Zukunftsperspektiven für das Leben auf dem Land entwickeln, sagte der Osnabrücker Diakon Jörg-Christian Lindemann am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er ist seit fast einem Jahr Koordinator des neuen Projekts "Kirche im ländlichen Raum" in der hannoverschen Landeskirche. "Die Kirche muss ihre Rolle in einer auch auf dem Lande zunehmend säkularer werdenden Gesellschaft neu definieren", unterstrich der 60-Jährige.

Zudem machten viele Dörfer einen Strukturwandel durch, böten kaum noch Erwerbsmöglichkeiten. Junge Menschen zögen weg, die alten blieben allein. Zentrale Themen auf dem Land seien die großen Entfernungen und das ausgedünnte Busnetz, berichtete der Diakon. Das habe er bei Besuchen im Emsland, im Oberharz und in der Lüneburger Heide erlebt. Ärzte, Beratungsstellen, Einkaufsmöglichkeiten seien vor allem für Senioren schwer zu erreichen.

Gutes Beispiel für ein bereits gelungenes Dorfprojekt sind aus Sicht des Experten die "Lutherengel" der Christophorusgemeinde in Schüttorf in der Grafschaft Bentheim. Seit etwa anderthalb Jahren bieten Haupt- und Ehrenamtliche der Gemeinde alten Menschen Unterstützung in Alltagsdingen an: Vom Wechseln der Glühbirne bis zum Behördengang.

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